Bu-Bu-Buchverlage

Leute. Ich weiß nicht, warum der Mensch eigentlich nie etwas dazulernt. Vor zehn Jahren haben wir alle erlebt, wie in Deutschland eine ganze Industrie vor die Hunde gegangen ist, weil sie die digitale Zukunft verschlafen hat: Die Plattenindustrie gibt es heute praktisch nicht mehr. Und die Buchverlage machen gerade genau den gleichen Fehler.

Ich habe einen Kindle. Das ist ein superpraktisches Gerät, ich hatte es neulich sogar im Urlaub dabei. Man kann damit super am Strand ein elektronisches Buch lesen. Und wenn man das ausgelesen hat, lädt man sich innerhalb einer knappen Minute einfach ein neues aus dem Amazon-Store. Aber halt: Deutsche Bücher gibt es auf dem Kindle (natürlich) nicht. Man muß also schon ganz gut Englisch können, um das Gerät überhaupt nutzen zu können.

Und warum ist das so? Es gibt in Deutschland eine Buchpreisbindung. Und die, so glauben die Verlage, gelte auch für elektronische Bücher. Da aber sagt wiederum Amazon, der Hersteller des Kindle: So nicht! Elektronische Bücher müssten billiger sein als ihre papiernen Artgenossen. Schon alleine deshalb, weil der Verlag durch den eingesparten Druck und Vertrieb viel weniger Kosten hat als bei der Papier-Variante. Die englischen Bücher bei Amazon sind denn auch rund ein Drittel billiger als die Print-Fassungen.

Ich habe auch ein iPad.

Darin gibt es ebenfalls einen elektronischen Buchladen. Darin sogar deutsche Bücher, natürlich zum Print-Preis. Aber wichtige Titel, wichtige Verlage fehlen. Warum diesmal, wo doch das Preis-Problem hier offenbar nicht besteht? Tja: Apple, der Hersteller des iPad, will von den Verlagen eine Provision. Das sind die Verlage nicht gewohnt, also lehnen sie es ab.

Das Ergebnis ist ein heilloses durcheinander, denn neben Kindle und iPad gibt es ja noch E-Book-Reader von Sony, Iliad, und, und, und… Aber auf keinem dieser Geräte habe ich wirklich Zugriff auf ALLE verfügbaren Bücher, so wie ich im Amazon Music Store oder bei iTunes praktisch alles an Musik bekomme, was überhaupt erhältlich ist.

Ich kann nur sagen: Liebe Buchverlage! Schaut Euch bitte ganz genau an, was mit der Musikindustrie passiert ist. Wenn Ihr so weitermacht, wird Euch genau das Gleiche passieren.

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