Japan: Die Aufgeregtheit der Onliner

Die Lage in Japan ist schlimm – keine Frage. Aber was die deutschen Online-Leitmedien derzeit machen, geht zu weit. Da wird auf Spiegel, Focus, Süddeutscher etc. in live-Tickern quasi minütlich der Kühlwasserstand diverser Atomkraftwerke übermittelt – aber erklären, wie so ein Kraftwerk eigentlich funktioniert, wozu man überhaupt eine Kühlung braucht, wenn der Reaktor längst abgeschaltet ist  – das macht keiner. Ordentlicher Journalismus ist für mich etwas anderes, denn ein solches Vehalten schürt beim Leser nur Ängste, aber es erklärt nichts, es bringt keine Erkenntnis, es hilft nicht weiter.

Der einzige Fels in dieser Brandung aus Hektik, Aufgeregtheit und Klickschusterei ist die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Nur bei ihr habe ich heute ein Erklärstück gefunden, das in aller Ruhe Hintergründe erklärt – und das auch noch ganz traditionell in Textform. Wer sich die Mühe macht, diesen Text zu lesen, der lernt: Vielleicht ist alles doch nicht ganz so schlimm. Und: Vielleicht haben die Erbauer der Kraftwerke doch nachgedacht und auch Katastrophen-Szenarien durchgespielt, bevor sie ihre Meiler gebaut haben.

Zum Erklärstück der NZZ

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