Lesebefehl: “Predictably Irrational” von Dan Ariely

Nehmen wir an: Im Supermarkt um die Ecke gibt´s einen leckeren Rotwein für 10 Euro die Flasche. Beim Fachhändler am anderen Ende der Stadt – 20 Gehminuten entfernt – kostet der selbe Wein nur 5 Euro. Würden Sie den Weg auf sich nehmen? Klar, oder? Der Wein kostet ja schließlich nur die Hälfte.

Nächstes Problem: Beim Bekleidungshaus um die Ecke kostet ein schicker Anzug 300 Euro. Der Filialist in der Innenstadt – 20 Gehminuten entfernt – hat den Anzug für 295 Euro. Gehen Sie hin? Ach, wegen der lumpigen fünf Euro…

Phänomene wie dieses untersucht Dan Ariely in seinem (nicht mehr ganz  neuen) Buch “Predictably Irrational”. Das Buch ist nicht nur spannend, weil man sich dauernd ertappt fühlt. Natürlich ist es frustrierend zu lesen, wie doof wir uns alle manchmal verhalten (siehe das obige Beispiel), aber auch wie ähnlich wir uns alle sind.

Spannend ist “Predictably Irrational” auch deshalb, weil Ariely mitschuld ist an einem anderen Buch, nämlich “Free” von Chris Anderson. Ariely, der übrigens am MIT Management lehrt, hat nämlich das Phänomen aufgedeckt, das Anderson zur Grundlage seiner Theorie gemacht hat: Der Begriff “Kostenlos” macht seltsame Dinge mit dem menschlichen Gehirn. Es kann etwas noch so billig sein – sobald es kostenlos wird, ticken wir alle aus.

Insofern: Pflichtlektüre für alle Web-Arbeiter – aber auch für Leute, die einfach nur wissen wollen, warum man den Rechtsanwalt in der Nachbarwohnung zwar fragen darf, ob er den Briefkasten lehrt – aber ihn keinesfalls bitten darf, sich seinen neuen Arbeitsvertrag “mal anzuschauen”…

Die Homepage von Dan Ariely

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