Twitter: Was kostet ein Follower?

Twitter-Follover bei Ebay zu verkaufen.Mittlerweile gibt es ja alles zu kaufen. Follower auf Twitter machen da keine Ausnahme: Wer das entsprechende Stichwort auf Ebay eingibt, wird sofort fündig (s. Screenshot). Die Preise gehen allerdings doch deutlich auseinander: Einmal soll ich für “50 aktive Follower aus Deutschland” nur einen Euro zahlen, ein anderes Mal kosten 200 “ECHTE und DEUTSCHE” (!) Follower 9,99. Ein richtiges Schnäppchen hat dagegen ein anderer Anbieter auf Lager. Bei ihm kosten “5000+”-Follower “nur” 79.95 Euro. Doch damit nicht genug. Es sind auch richtige “Rundum-Sorglos-Pakete” am Start. Zum Beispiel: “100 deutsche Facebook-Likes, 300 internationale Facebook-Likes, 300 Google +1 und 500 Twitter-Follower”.

Leute, was für ein Quatsch.

Mal ganz davon abgesehen, ob diese Angebote seriös sind (höchstwahrscheinlich sind sie es nicht): Wer auch nur darüber nachdenkt, sich auf so ein Angebot einzulassen, hat Social Media immer noch nicht verstanden. Denn: Der Kauf von “Publikum” suggeriert ein überkommenes Kommunikationsmodell, nämlich das von Sender und Empfänger. Wenn ich Sender bin und alle anderen nur zuhören, dann bedeutet mehr Publikum zwangsläufig auch mehr Kommunikationserfolg. Das ist das Prinzip von Massenwerbung, wobei mir hier der Begriff “Störerwerbung” viel passender scheint.

Auch hier läuft es auf eine Störung hinasu: Wenn ich mir auf Twitter Follower “kaufe”, die sich nicht selbst dafür entschieden haben, mir zu folgen, dann “störe” ich die erstmal – und in den Social Media kommt das überhaupt nicht gut an. Selbst in dem theoretischen Fall, dass ich es schaffen würde, diese Leute dann mit meinen Tweets zu begeistern – das Kind wäre schon im Brunnen. Und schließlich: Wenn ich wirklich so tolle Tweets schreiben kann, dann werde ich auch ohne Hilfsmittel wie gekaufte Follower erfolgreich sein.

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