Nutzt das Urheberrecht den Urhebern?

Alle Reden zur Zeit immer über das Urheberrecht. Krimiautoren beschweren sich, dass durch illegale Downloads im Netz ihre Einkommensquellen beschnitten werden, es ist Aufregung allenthalben.
Aber worum geht es eigentlich? Die, die sich am lautesten beschweren, sind ja gar nicht die Urheber. Es ist die GEMA, es sind große Plattenfirmen oder Hollywood-Filmstudios – also: Verwerter. Denn sie sind es, die in einer industrialisierten Mediengesellschaft die Große Kohle machen. Nicht der Buchautor, der Filmregisseur oder der Musiker verdienen das meiste Geld, sondern Universal Music oder Disney Pictures.
Sie haben auch allen Grund, Angst zu haben. In der neuen Welt des Web 2.0 werden sie nicht mehr gebraucht. Jemand, der einen Film veröffentlichen will, braucht noch ein anderes Werkzeug außer YouTube. Jeder, der ein Buch geschrieben hat, kann es sehr leicht bei Amazon oder als iBook elektronisch veröffentlichen. Und auch das drucken eines Buchs ist nicht mehr das große Problem.
Schäbig ist an dieser Diskussion, die Lobbyvertreter angezettelt habe, dass dieser Umstand vielen Menschen gar nicht bewusst ist. Viele denken, es geht tatsächlich um den armen Dichter, der im Winter die Kohle nicht bezahlen kann, oder den Gitarristen, der sich im Dezember in die Fussgängerzone stellen muss, weil er mit CD’s kein Geld mehr verdienen kann. Aber das stimmt nicht: wenn die Urheber die neuen Möglichkeiten tatsächlich für sich nutzen, dann haben sie sogar mehr Chancen, Geld zu verdienen, als früher. Dafür gibt es schon genügend Beispiele, vor allem in den USA. Auch das wäre ein Grund, die unsägliche Diskussion zu beenden.

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