Trauer in Zeiten von Social Media

Auf Golem.de steht heute ein sehr lesenswerter Artikel zu der Frage, wie sich die Trauer in den Zeiten von Social Media weiterentwickelt.

Klar ist: Die Traueranzeige als klassisches Mittel der Trauerarbeit hat Zuwachs bekommen. Wer heute stirbt, hinterläßt oft eine Facebook-Seite. Was liegt da näher, als diese Seite auch als Forum für die Trauer zu nutzen? Es gibt auch shcon die ersten Unternehmen, die aus dem Thema ein Geschäft machen und beispielsweise die Möglichkeit anbieten, auch nach dem Tod noch Geburtstagsglückwünsche zu verschicken (in der Hoffnung, dass der beglückwünschte nicht ebenfalls bereits tot ist…) oder Abschiedsbotschaften an Freunde und Verwandte zu schicken.

Ich bin zwiegespalten, was das Thema angeht. Sicherlich: Es ergeben sich auch hier neue Möglichkeiten, und das ist erstmal weder schlecht noch gut. Aber wenn ich lese, dass Psychologen dazu raten, dass Trauerarbeit auch irgendwann mal abgeschlossen sein muß, wenn man nicht psychisch schaden nehmen will – dann ist eine Traueranzeige vielleicht doch ganz gut. Denn sie erscheint einmal, und dann war´s das.

 

Ein Kommentar zu “Trauer in Zeiten von Social Media

  1. Viele Zeitungen, die Traueranzeigen veröffentlichen, haben ja auch schon reagiert und bieten jetzt online Gedenkseiten an. Da ist dann die Traueranzeige auch (für die Ewigkeit?) gespeichert.

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